Kühle Plätze für den Garten
Da Rotbuchen-Hecken im Winter ihr Laub behalten, sind sie ein guter Sichtschutz und im Sommer perfekt für einen lauschigen Schattenplatz
Leider etwas in Vergessenheit geraten: die Mispel. Späte Früchte bieten Vögeln Nahrung und schmecken auch uns Menschen
Der hohe Stamm dieses Apfelbaums bietet Platz für eine Sitzgelegenheit und ermöglicht Gartenarbeit bequem und ohne Bücken
Die heißen Tage dieses Sommers machen uns ganz drastisch bewusst, wie wichtig Schattenplätze sind.
Sonnenschirme, Markisen oder Sonnensegel spenden zwar Schatten, aber zur Kühlung sind Gehölze viel besser geeignet.
Bäume funktionieren wie lebendige Luftbefeuchter: Durch ihre Blätter verdunsten sie Wasser – ein Prozess, der der Umgebung Wärme entzieht und so die Luft abkühlt. Eine große Buche (Fagus sylvatica) kann an einem heißen Tag bis zu 400 Liter Wasser verdunsten! Diese Verdunstungskühle sorgt für eine spürbar frischere Atmosphäre.
Gleichzeitig reflektieren ihre Blätter einen Teil des Sonnenlichts und verhindern so, dass sich Böden und Mauern übermäßig aufheizen.
Der Schatten von Bäumen schützt zudem den Boden vor Austrocknung. Unter einem Baum bleibt die Erde feuchter und kühler.
Das Laub der Bäume bricht nicht nur die Sonne, sondern auch heiße Winde. Auf der Süd- oder Westseite platzierte Bäume oder Heckenpflanzen sind eine natürliche Barriere gegen heiße Luft, während kühlere Luft aus schattigen Bereichen nachströmt.
Bäume wie Feldahorn (Acer campestre) und Spitzahorn (Acer platanoides), die es auch in der Kugelvariante gibt, sind auch für kleinere Gärten gut geeignet.
Darüberhinaus behalten zum Beispile Mispel (Mespilus germanica) oder Eberesche (Sorbus aucuparia) ihre Früchte lange bis in den Herbst und bieten so vielen Tieren Nahrung in der kargen Zeit.
Natürlich sind auch alle Obstbäume schön und können beerntet werden.
Die Felsenbirne (Amelanchier ovalis) ist die “Light-Variante“mit einem etwas filigraneren Auftreten. Über ihre sehr leckeren, gesunden Früchte können wir uns freuen (wenn wir schneller sind als die Vögel!)
Hecken aus heimischen Gehölzen sind echte Alleskönner – sie bereichern den Lebensraum Garten auf vielfältige Weise. Mit ihren üppigen Farben, Formen und Düften verwandeln sie Gärten in lebendige, ökologisch wertvolle Oasen.
Hecken wirken wie kleine Klimaretter: Sie filtern Staub und Schadstoffe aus der Luft und speichern CO₂.
Im Winter brechen sie kalte Winde und schützen so den Garten und seine Bewohner.
Sie bieten nicht nur Schutz und Nistplätze, sondern auch eine reichhaltige Nahrungsquelle. Vögel wie Amseln, Rotkehlchen oder Zaunkönige finden hier Schutz und bauen ihre Nester. Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten laben sich an den Blüten und Früchten.
Kleine Säugetiere wie der Igel finden hier Unterschlupf.
Weißdorn (Crataegus monogyna), Holunder (Sambucus nigra), Kornelkirsche (Cornus mas), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Liguster (Ligustrum vulgare), oder Hainbuche (Carpinus betulus) sind gute Beispiele für heimische, luftige, schattenspendende und kühlende Gartenbegrenzungen.
Dichtzäune mit Plastikgeflecht oder aus WPC haben diese positiven Eigenschaften nicht, weshalb die hitzegeplagte Stadt Frankfurt am Main sie jetzt auch verboten hat!
Bäume und Hecken sind die nachhaltigste und schönste Lösung, um Hitze im Garten zu bekämpfen. Sie spenden nicht nur Schatten und kühlen die Luft durch Verdunstung, sondern bereichern auch die Artenvielfalt, filtern Schadstoffe und schaffen eine beruhigende Atmosphäre. Mit der richtigen Auswahl und Platzierung werden sie zu treuen Begleitern, die den Garten im Sommer zu einem kühlen Refugium machen – ganz ohne Energieverbrauch und mit purem Naturgenuss.
Rasen – total unökologisch?
Rasen wird häufig als nicht von Nutzen für die Natur und als „totes Grün“ verteufelt.
Aber stimmt das wirklich?
Ja und Nein!
Wir haben in unserem Garten seit bestimmt 30 Jahren ein nicht ganz kleines Stück Rasen und wir schätzen es als Fläche, auf der die Augen ausruhen können und von dem aus wir unsere Beete gut erreichen.
Bei einer kompletten Neuanlage würden wir heute einen Kräuter-Rasen wählen. Dieser besteht aus Gräsern, Wildkräutern und Stauden, wächst aber niedriger als eine Wildblumenwiese.
Er kann gut betreten werden und muss nur selten gemäht und gar nicht gewässert werden.
Die vielen Blühpflanzen sind Nahrung für eine Menge Insekten.
Unser Rasen bleibt aber wo er ist.
Damit er trotzdem wertvoll für die Natur ist, beachten wir bestimmte Dinge:
Nicht wässern
Auch in längeren Dürreperioden, in denen der Rasen richtig braun werden kann. Hat wieder eine Regenphase begonnen, ist er spätestens nach 2 Wochen erneut grün.
Nicht viel mähen
Gerade im Frühjar ist ein Mäh-Verzicht sinnvoll, weil erste Insekten die Pflanzen dringend brauchen. (s. Artikel“No-Mow-May“)
Wem es zu viel ungemähte Fläche ist, der kann auch einfach einige “Inseln“ stehen lassen; vorzugsweise dort, wo sich schon Wildpflanzen wie Gänseblümchen, Braunelle, Gundermann und ähliches angesiedelt haben.
Die Flächen, die man mähen möchte, möglichst lang halten. Dafür den Rasenmäher auf die höchste Stufe stellen
Nicht vertikutieren
Die Wurzeln der Kräuter werden durch das Vertikutieren verletzt und schnell übernehmen die Gräser wieder die Oberhand.
Freuen Sie sich über Moos! Dort, wo es wächst, speichert es Unmengen an Wasser, bildet ein weiches Polster und filtert zusätzlich exzellent Schadstoffe.
Auch nicht düngen
Kräuter im Rasen wollen keinen Dünger! Sie lieben nährstoffarme Böden.
Außerdem ist häufig dort, wo Rasendünger draufsteht, Unkrautvernichter mit drin. Und Pestizide verbieten sich von selbst.
Nach dem Mähen sollte auch das Schnittgut entfernt werden, denn es würde wieder Nährstoffe einbringen.
Hat man all dies beachtet, können zusätzlich niedrige Stauden in die Rasenfläche eingesetzt werden. Dort, wo die Gräser nicht so stark wachsen, können Ehrenpreis, Wiesen-Margerite, Lichtnelke, Glockenblume einen Platz finden.
Auch Zwiebelpflanzen wie Frühlings-Krokus, Wildtulpe, Zweiblättriger Blaustern machen als frühe Nahrungsspender Sinn.
Wichtig ist, die heimische Variante zu wählen, denn nur sie passt auch zu unseren heimischen Insekten!
Es soll auch möglich sein, Samen in Bereiche zu säen, die man vorher mit der Harke von möglichst vielen Rasengräsern befreit hat.
Bei mir gelingt das allerdings nicht, da die Gräser ganz schnell wieder die Oberhand gewinnen und die eingesäten Pflanzen verdrängen.
Hat man all das beachtet, ist ein so entstandener, ökologisch wertvoller Rasen dann keiner mehr im eigentlichen Sinne!
Er verwandelt sich nach und nach zu einer widerstandsfähigen, niedrigen Blühwiese – wertvoll für Insekten und eine Fläche, die trotzdem Ruhe in den Garten bringt.
Gegen die Herausforderungen eines sich verändernden Klimas ist er gut gewappnet: Er benötigt wenig Wasser, kann dieses aber deutlich besser speichern, was auch zur Kühlung im Sommer beiträgt.
Und wenn man sieht, wie viele Arbeiten man sich bei dieser Variante spart, ist er zudem auch sehr pflegeleicht.
Und noch etwas konnten wir beobachten:
Pitti, das Wildkaninchen, das uns regelmäßig besucht, frisst viel lieber die Wildkräuter im Rasen als die Blumen in den Beeten!
Sauber bleiben – auch beim Gartenabfall
Noch schlummern die Gärten dem Frühling entgegen. Bei mir sieht es zum Ende des Winters in den Beeten recht struppig aus. Die Gräser sind von Wind und Regen zerzaust. Auch die Stängel und das Laub der Stauden streben Richtung Boden.
Nach und nach schneide ich nach der Frostperiode die alten Stängel ab. Bei den Gräsern mache ich das mit einer Heckenschere etappenweise von oben nach unten.
Die herabfallenden Halmstückchen bleiben im Beet liegen und verrotten dort. Die feine Decke aus organischem Material bekommt dem Gartenboden hervorragend.
Fällt viel Schnittgut an, fülle ich es in meinen Thermokomposter. Der kleine Kunststoffbehälter passt in jeden Garten und schluckt im Laufe der Saison eine Menge Grünabfall.
Wenn ich feuchte und trockene Materialien abwechselnd einschichte, verrotten sie innerhalb eines Jahres.
Im nächsten Jahr kann ich schon hochwertigen Kompost aus dem Behälter holen. Er reicht für die meisten Zierpflanzen als Dünger völlig aus – die ideale Kreislaufwirtschaft.
Muss ich Sträucher oder Baumkronen auslichten, säge ich die dickeren Äste in handliche Abschnitte und stapele sie in einer Gartenecke. Das Holz ist Lebensgrundlage für viele Insekten und bietet dadurch den Vögeln in meinem Garten ausreichend Nahrung.
Was ich an Gartenabfällen nicht selbst verwerten kann (und das ist erstaunlich wenig!), gebe ich in die Biotonne, bringe es zum Wertstoffhof oder lege es bei der jährlichen Grünschnittabfuhr im November an den Straßenrand.
Früher bin ich auch mal mit einer Schubkarre Heckenschnitt in den Wald gestiefelt.
Hätte ich gewusst, dass das lokale Ökosystem dadurch so sehr geschädigt wird, wäre mir das nicht in den Sinn gekommen!
Denn Gartenabfälle enthalten häufig Teile von nicht heimischen Pflanzen (Wurzeln, Samen oder Knollen). Die lassen diese Pflanzen in der Natur wachsen und verdrängen damit die heimische Flora.
Außerdem trägt Garten-Grünschnitt eine Menge Nährstoffe in die Natur, in der Pflanzen, die wenig Nährstoffe brauchen, sowieso selten geworden sind.
Selbst Rasenschnitt schadet dem Waldboden!
Er hemmt die natürliche Zersetzungsaktivität der Bodenorganismen. Wo der Abfall fault, wachsen die Wildpflanzen schlecht oder gar nicht mehr.
Außerdem: Wo einer was hinkippt, laden auch andere ihren Müll ab.
Und dazu möchte ich auf keinen Fall einladen!
Ein Blick ins Landesforstgesetz von NRW wirkt erst recht abschreckend:
Wer Grünschnitt oder Gartenabfälle im Wald ablädt, handelt ordnungswidrig und muss mit einem happigen Bußgeld rechnen.
Also, lieber den anfallenden Grünschnitt im Garten sinnvoll verwerten oder ihn fachgerecht entsorgen!
Denn eigentlich ist ja Gartenabfall gar kein Abfall, sondern wertvolles Material für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.
Das Sandbeet – einfach anzulegen, üppig blühend und sehr pflegeleicht
Es ist wieder der Anfang eines neuen Jahres und damit auch der Beginn eines Gartenjahres.
Im Winter ist draußen nicht allzu viel zu tun und damit ist er die beste Zeit, um Pläne für die warme, blühende, summende, bunte Gartenzeit zu schmieden!
Die Fülle der Möglichkeiten ist fast unüberschaubar und vielleicht ein wenig überfordernd.
Da hilft die Taktik der kleinen Schritte.
Überlegungen könnten sein: Wo ist die Ecke in meinem Garten, die mir am wenigsten gefällt?
Oder welche Tiere würde ich gerne noch beheimaten?
Vielleicht fehlt auch vor Küchenfenster ein Blick auf blühende Pflanzen?
Dann könnte dort zum Beispiel ein Sandbeet entstehen. Das ist in vielerlei Hinsicht ein echter Knaller!
Super einfach anzulegen, absolut pflegeleicht, ein Insektenmagnet und zudem noch bestens gerüstet für klimatische Veränderungen.
Dafür wird eine sonnige oder halbschattige Stelle im Garten mit Steinen, Brettern oder Ästen eingefasst. Das Beet kann sogar direkt auf dem Rasen entstehen, ohne dass dieser abgetragen werden muss! Praktisch, oder?
Nun wird eine 15 bis 20 Zentimeter hohe Schicht aus Estrichsand aufgetragen, die sofort mit heimischen Blühpflanzen bestückt werden kann. Natternkopf beispielsweise und Kartäusernelke, Bergminze und Zittergras. Für Nachtinsekten (50% unserer Schmetterlinge zählen dazu!) ist das Nickende Leimkraut perfekt.
Die Webseite www.naturadb.de listet allein über 200 Pflanzen auf, die die Kriterien erfüllen: heimisch, insektenfreundlich, für Sonne und Halbschatten sowie trockenen und nährstoffarmen Boden geeignet.
Auch ist auf der Webseite nachzulesen, für welche Insekten die Pflanzen von Wert sind. Man wundert sich, wie viele von ihnen zu den bedrohten Arten zählen!
Die Hauptarbeit ist damit auch schon getan!
Einzig in den ersten Wochen sollte gründlich gewässert und das Beikraut in Schach gehalten werden. Dann haben sich die Wurzeln der neuen Pflanzen bis in die Bodenschicht vorgearbeitet und versorgen die Pflanze selbst.
Und ab jetzt braucht nicht mehr gegossen zu werden! Auch Düngen ist nicht notwendig. Sobald die Pflanzen die gesamte Fläche bedecken, ist Jäten ebenfalls kein Thema mehr. Das ist arbeits- und ressourcenschonend.
Und so macht Gärtnern einfach Spaß!
Vögel in unseren Gärten
Wer Amsel, Fink und Rotkehlchen liebt, muss keine Unsummen in Meisenknödel und Streufutter investieren.
Das sagt der Biologe und Vogelkundler Fabian Karwinkel. Kürzlich war er auf Einladung des Netzwerks Gartenvielfalt in Dülmen zu Gast.
Seine Botschaft: Vogelschutz erfordert keine aufwändigen Extramaßnahmen im Garten. So kennen und nutzen Vögel viele Nahrungsquellen in naturnahen Gärten, zum Beispiel Komposthaufen. Sie wirken wie perfekte Speisekammern.
Inden verrottenden Gartenabfällen tummeln sich Raupen und andere Insekten.
Außerdem schätzen Vögel die Elemente, die den Garten auch für Menschen attraktiv machen.
„Vögel lieben strukturreiche Gärten“, sagt Karwinkel. Mit Struktur meint er beispielsweise Hecken aus heimischen Gehölzen wie Kornelkirsche, Holunder und Schneeball. Auch Wildstauden decken indirekt den Tisch für Singvögel. „Sie füttern ihre Jungvögel vor allem mit proteinreichen Insekten, die von den Blühpflanzen angelockt werden“, erklärt Karwinkel. Zu seinen Top- Stauden aus Vogelperspektive zählen beispielsweise Flockenblume, Heilziest, Natternkopf und Echter Dost.
Zusätzliches Vogelfutter hält der Biologe in der warmen Jahreszeit nicht für nötig.
Ab dem Spätsommer bis in den Winter hinein fressen Vögel auch Pflanzensamen, Beeren und andere Früchte. Frisch aus dem Garten ist das Futter am besten. Die Samenstände von Natternkopf, Wegwarte, Flockenblume und ähnlichen Wildstauden sind bei Finken, Meisen und Sperlingen begehrt.
In der kalten Jahreszeit kann zusätzliches Futter gut für die Gartenvögel sein. „Die Basis sollten ungeschälte Sonnenblumenkerne sein.
Achten Sie beim Einkauf außerdem auf Zutaten wie gehackte
Nüsse, Hanf- oder Mohnsaat, Mehlwürmer, Getreideflocken und
getrocknete Beeren“, rät der Vogelexperte. Wichtig ist ihm eine Futterstelle, die möglichst unzugänglich für Katzen angebracht
wird. Die Vögel sollten das Futter direkt aufpicken können und nicht darin herumlaufen. Denn das birgt die Gefahr von Verunreinigungen und damit die Übertragung von Krankheiten von Vogel zu Vogel. Darum sind Futterhäuser nicht zu empfehlen, erklärt Karwinkel. Er rät zu Futtersilos oder -säulen. Wer Vögeln im Garten Schutz, Brutplätze und Nahrung bietet, kann die Tiere in Ruhe beobachten. Fabian Karwinkel beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Vögeln und kann bei Vogelgeschichten aus dem Vollen schöpfen.
Nachzuhören sind sie in dem preisgekrönten Podcast „Reingezwitschert“,
den er zusammen mit dem Vogelkundler Martin Rümmler produziert. Lesenswert ist auch „Das Nabu-Vogelbuch“, das Fabian Karwinkel zusammen mit Peter Mullen für den Kosmos Verlag geschrieben hat.
Ein warmer Teppich für's Tierreich
im Winter
von C. Ridder
So langsam geht es los: Der Herbst kommt und mit ihm das Laub auf allen Flächen des Gartens.
Für manche ein Ärgernis; für Gartenbesitzer aber ein Geschenk der Natur!
Was bekommt man da nicht alles kostenlos geliefert!
Laub ist für Beete ein herrliches Mulchmaterial, bei dessen Zersetzung Wärme frei wird und so Pflanzen vor dem Frost schützt. Es gibt auch nach und nach Nährstoffe ab, womit eine Düngergabe im Frühjahr oft unnötig ist.
Ganz gezielt kann man auch einen Laub-Kompost anlegen. Das geht ganz einfach in einem ringförmig angelegten “Korb“ aus Maschendraht. Die Maschen sollten dabei so groß sein, dass auch Igel dort durchschlüpfen können.
Die Zersetzungswärme schützt viele Tiere wie Kröten, einige Schmetterlingsarten und andere Insekten vor dem Erfrieren; von vielen Kleinstlebewesen im Boden ganz zu schweigen.
Hat man Glück, findet vielleicht sogar eine Blindschleiche den Weg in den Laubhaufen.
Und wenn man beobachtet, wie Blätter auch ohne Wind aufgewirbelt werden, sind das sicherlich die Vögel, die dort nach Insekten suchen.
Für Igel ist die Verrottungswärme überlebenswichtig: Sie schaffen vor dem Winterschlaf Blätter in ihren Unterschlupf und haben es so angenehm warm und weich.
Noch ein Wort zu elektrischen “Hilfsmitteln“ zur Laubentfernung:
“Es saugt und bläst der Heinzelmann...“ ist wirklich nur bei Loriot lustig.
Für kleine Lebewesen bedeuten Laubbläser und -sauger den sicheren Tod.
Dort, wo es keine Rutschgefahr darstellt, hat liegenbleibendes Laub also nur Vorteile:
Es wärmt, schützt und nährt – und das frei Haus!
Was ist ein Sandarium?
(von C. Ridder)
Wir haben in unserem Garten eine große Nistwand für Wildbienen und auch noch kleinere “Hotels“.
Ab dem Frühjahr sind sie immer sehr gut besucht.
Allerdings ist es so, dass nur 25% der Wildbienen-Arten dort nisten.
75% graben ihre Nistgänge in den Boden.
Von 460 Arten sind das also 340!
An offenen Stellen in Beeten oder auch in Sandfugen von gepflasterten Flächen haben Sie das vielleicht schon beobachten können.
Bei uns im Garten sind solche Stellen allerdings kaum zu finden, weshalb ich im letzten Jahr auch für diese Bienenarten eine Nistmöglichkeit schaffen wollte.
Und zwar mit einem Sandarium.
Und das geht so:
- Suchen Sie dafür eine sonnige Fläche von mindestens 50 cm im Durchmesser (gerne auch mehr)
- Heben Sie den Boden ungefähr 50 cm tief aus und befüllen Sie ihn so mit Sand, dass er einen Hügel bildet. Dadurch kann er schnell trocknen.
Und damit es bloß nicht so einfach ist, wie es sich hier liest, wird es bei der Wahl des richtigen Sandes etwas komplizierter.
- Er muss einen lehmigen Anteil haben, damit der gegrabene Nistgang nicht zusammenfällt; Spielsand ist ungeeignet.
- Der Lehmanteil darf aber nicht zu hoch sein, damit der trockene Boden nicht so fest ist, dass die Bienen keine Gänge graben können
- Er darf keine scharfkantigen Körner haben, damit sich die Bienen nicht verletzen.
Ja, da war ich auch erst einmal etwas ratlos.
Bei der Recherche im Internet stellte sich Reitsand, weil rundkörnig und lehmhaltig, als geeignet heraus.
Allerdings sah ich bei meiner Nachfrage im Baumarkt und im Baustoffhandel in verständnislose Gesichter.
Ob ich denn mein Pferd auf die Fläche stellen wolle und ob das nicht vielleicht schlecht für die Bienen wäre?
Meine Antwort, dass ich gar kein Pferd habe, machte es auch nicht besser.
Nach weiterer Recherche fuhr ich zur Sandgrube, kaufte für kleines Geld ungewaschenen, feinen Sand (mit Lehmanteil und rundkörnig!), befüllte mit ihm die passende Grube in voller Sonne und es tat sich – NICHTS.
Jetzt hatte mich der Ehrgeiz gepackt!
Ich mischte dem Sand noch etwas Lehm bei und es funktionierte.
Nichts fiel zusammen oder bildete einen undurchdringlichen Klumpen.
In diesem Jahr steht der Besiedelung also nichts mehr im Weg.
Wer möchte, kann auch ein paar wenige Pflanzen einbringen. Ich habe mich für Sand-Thymian entschieden;
der ist auch noch ein hervorragender Nahrungslieferant für Wildbienen, Schmetterlinge und deren Raupen!
Bei Katzenbesuch im Garten, der das Sandbeet als großes Klo ansehen könnte, können locker dornige Zweige von Brombeeren oder Rosen darüber gelegt werden.
Wenn auch nicht alles von Anfang an geklappt hat, so hat sich letzten Endes doch die Mühe gelohnt!
Winter-beste Zeit für Gartenpläne
(von C. Ridder)
Es ist Januar – kalt, nass, dunkel. Und Ihnen ist so gar nicht danach, viel draußen zu sein?
Dann machen Sie sich doch ein paar warme Gedanken!
Also, Gartengedanken.
Denn so, wie es im Oktober regelmäßig heißt:
Nur noch 8 Wochen bis Weihnachten!
könnte man jetzt genau so gut sagen:
Nur noch 8 Wochen und die Gartensaison beginnt!
Da ist jetzt genau die richtige Zeit für ein paar Pläne...
Ich zum Beispiel suche mir neue Pflanzen heraus, die ich schon immer mal haben wollte, gucke, ob sie heimisch sind und welche Tiere sie anlocken könnten.
Wenn der passende Standort gefunden ist und vielleicht auch gute pflanzliche Gefährten, dann frage ich zur Sicherheit nochmal in unserem Netzwerk Gartenvielfalt die Experten auf diesem Gebiet.
Bei uns im Garten finden sich nach den 24 Jahren, die wir in Dülmen leben, schon so einige Kleinstrukturen: Neben einem Teich gibt es viel Totholz (eine Ast-Hecke wächst gerade), zwei Igelunterschlupfe, etliche Nisthilfen für Wildbienen und Vögel, eine Natursteinmauer und Einiges mehr.
Aber wenn man wie wir einmal auf den Geschmack gekommen ist, dass sich durch diese Maßnahmen immer mehr Tiere im Garten tummeln, können wir hier einfach noch nicht Schluss machen.
Ein bereits angelegter Stapel aus Holzscheiten, der aber nicht abgebaut wird, hat so viele Bewohner angezogen, dass jetzt noch ein weiterer an anderer, sonnigerer Stelle gebaut wird. Vögel durchsuchen ihn nach Spinnen und anderem Getier, was regelmäßig den Alarm einer unserer Überwachungskameras auslöst und uns lustige Aufnahmen beschert.
Haben Sie eigentlich schon mal von einem Käfer-Keller gehört?
Auch der ist für nächstes Jahr bei uns in Planung.
Mit ihm lockt man, wie der Name sagt, viele Käferarten aber auch andere Insekten in den Garten.
Einfach gesagt besteht er aus Totholz in einem Loch.
Und das geht so:
- Standort: Halbschatten
- Tiefe des Lochs: 50 cm
- Durchmesser: 50 bis 100 cm
- befüllt wird er mit senkrecht stehenden Ästen unterschiedlicher Größe, Gehölzart (heimisch) und Verrottungszustand
- einige Äste lässt man als Einstiegshilfe und zur Stabilisierung aus dem Loch ragen
- Lücken werden mit Rindenmulch oder Laub (oder beidem) aufgefüllt
- der Aushub wird um das Loch herum zu einem flachen Wall aufgeschüttet
- fertig!
Indem man die Äste in den Boden einbringt, sorgt man dafür, dass es dort frostfrei bleibt.
Wenn das nicht einfach ist!
Und bei dem Gedanken an viel neues Gebrummsel und Blüten und Sonne wird Ihnen garantiert warm – zur Not helfen Sie mit einer schönen Tasse Tee nach.
Mystische Mooslandschaften
(von C. Ridder)
Ohje! Alles voller Moos nach dem nassen letzten Sommer!
Schnell weg damit – oder nicht?
Also, ausrutschen auf glitschigen Holzplanken oder zugemoosten Pflastersteinen will zurecht niemand.
Dort, wo es gefährlich ist, muss es weichen. Das geht recht gut mit heißem Wasser und einer festen Bürste.
Doch was ist mit Moos auf Natursteinmauern und Wurzeln? Oder gar im gepflegten Rasen?
Dagegen gibt es im Handel so viele Bekämpfungsmittel, dass man meinen könnte, wir müssten gegen das Moos in den Krieg ziehen.
Was hat diese Pflanze nur Schreckliches getan, um eine solche Abneigung zu verdienen?
Aus ökologischer Sicht absolut nichts!
Im Gegenteil: Kaum eine andere Pflanze kann besser Schadstoffe aus der Luft binden. Daher sieht man häufig moosüberzogene Bäume an vielbefahrenen Straßen.
Als hervorragender Wasserspeicher funktioniert es wie eine Klimaanlage im Kleinen.
Es beheimatet unendlich viele winzige Lebewesen, die wiederum Nahrung für größere sind.
Schaut man genau hin, fällt einem auf, wie schön es ist. In dichten Kissen überzieht es Totholz und Steine und bildet mystische Miniaturlandschaften.
Trocknet es in heißen Sommern einmal aus und wirkt braun und leblos, erweckt es der nächste Regen zu neuem Leben.
Seine Lebensdauer ist überhaupt außergewöhnlich. Das weit verbreitete Weißmoos zum Beispiel hat eine Lebensdauer ähnlich der unseren. Torfmoose werden sogar bis zu 5.000 Jahre alt – wenn man sie lässt.
Da Moose im Garten überhaupt keinen Schaden anrichten, können wir ihnen zumindest mit Gelassenheit begegnen – oder sogar Freude bei einem Barfuß-Gang über den weichen Naturteppich.
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Der Garten im Winter
(von C. Ridder)
Wenn ich an eine schöne Winterzeit denke, dann sehe ich mich dick eingepackt in warme Kleidung durch die Kälte spazieren und Zuhause am Kaminfeuer einen deftigen Eintopf essen.
So fühle ich mich sicher gegen die Kälte gewappnet.
Für die Tiere, die den Winter in unseren Gärten verbringen, sind Kälteschutz, genügend Nahrung und Wasser und ein regendichter Unterschlupf überlebenswichtig.
Wie können wir unsere Gärten also winterfest machen und ihn gleichzeitig den Tieren in der kalten Jahreszeit als Rückzugsort anbieten?
Z.B. den Vögeln, die nicht in wärmere Gegenden ziehen?
Als Nahrung bieten sich Fettfutter in Form von Meisenknödeln ohne Netz und fetthaltige Samen, z.B. Erdnüsse, Sonnenblumenkerne usw an. Auch Eichhörnchen, die nur Winterruhe halten, also zwischendurch immer mal wach werden und dann Futter brauchen, bedienen sich hier gerne. Weichfutter, wie Rosinen, Haferflocken oder Obst werden z.B. von Rotkehlchen, Zaunkönig, Heckenbraunelle und Amsel gerne genommen. Im Handel gibt es spezielle Futterdosen, die in eine passende Halterung gesteckt werden. Dieses Futter kann man auch ganz einfach selbst zubereiten. (Dazu gibt es in den nächsten Tagen eine ausführliche Anleitung auf der Netzwerk-Seite.) Brot oder salziger Speck sind dagegen völlig ungeeignet.
Da Laub- und Asthaufen ein idealer Ort zum Überwintern von Insekten sind, finden dort auch Vögel Nahrung, auf deren Speiseplan keine Körner oder Weichfutter stehen.
Kalte Nächte verbringen Vögel gerne in Vogelkästen, aber auch Insekten und kleine Säugetiere trifft man dort an. Wer also für die nächste Brutsaison einen Nistkasten aufzuhängen möchte, kann dies gerne schon jetzt tun.
Die Nistkästen sollten im Herbst oder Frühjahr bei niedrigen Temperaturen gereinigt werden, bei Temperaturen über 5°C weckt man ansonsten Vogelflöhe in den Nestern auf. Das ist nicht schön, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann! Eine Ausnahme sollte vor dem Winter gemacht werden, wenn sich Bilche, also Gartenschläfer, Siebenschläfer oder Haselmaus den Kasten für die Überwinterung ausgesucht haben.
Insekten suchen sich geschützte Verstecke in Rinde und wie schon erwähnt in Ast- und Laubhaufen und Nistkästen.
Um die Unterschlüpfe der kleinen Flieger, Kriecher und Krabbler nicht zu zerstören, schneiden wir Stauden, aber auch Äste von Bäumen und Sträuchern erst im Frühjahr. Wie oft kommen uns dann Marienkäfer, Florfliegen oder Ohrwürmer entgegen!
Amphibien: Viele von ihnen überwintern an Land in Erdspalten, Laub- und Asthaufen oder in Fugen von Natursteinmauern. Sie fahren ihren Stoffwechsel herunter, kommen aber an milderen Tagen heraus, um zu fressen. Es ist sinnvoll, Kellerschächte mit feinem Maschendraht gegen ein Hineinfallen zu sichern – nicht nur für den Winter.
Wer Igeln etwas Gutes tun will, baut ihnen im Garten einen frostsicheren Unterschlupf. Dazu schichtet man auf einen trockenen Untergrund aus Holzhäcksel und mit jeweils zwei im rechten Winkel aufeinander gelegten Holzscheiten oder dicken Ästen eine Höhle, über die dann kleinere Äste und viel Laub gehäuft werden. Darüber kann man als Regenschutz Tannenzweige legen oder größere Rindenstücke stapeln. Das Laub, das sich die Igel auch selbt in ihre Winterhöhle ziehen, verrottet langsam, gibt dabei Wärme ab und hält so den Unterschlupf frostfrei.
Alle Tiere, die keinen Winterschlaf halten, haben Eines gemeinsam: Sie brauchen Wasser! Eine eisfreie Trinkstelle war bei längeren Frostperioden in unserem Garten aber bisher ein Problem. Wir haben zwar Tränken aufgestellt, diese hatten aber in kürzester Zeit wieder eine dicke Eisschicht. Selbst die aufgehackte Eisdecke auf dem Gartenteich blieb nicht lange offen.
Jetzt haben wir einen recht flachen Metallteller auf eine Heizplatte gestellt, die eigentlich für die Geflügelhaltung im Außenbereich gedacht ist. Sie hält die Trinkstelle zuverlässig frei und verbraucht sehr wenig Strom.
Vielleicht gibt es sie sogar solarbetrieben?
Den meisten Tieren können wir helfen, wenn wir Äste und Laub an einigen Stellen liegen lassen (das ist auch ein Frostschutz für die Pflanzen!) und den Schnitt von Gehölzen und Stauden auf's Frühjahr verschieben.
Wie Sie vielleicht schon gemerkt haben, sind Totholzhaufen, Asthecken und Co sowieso meine Lieblingselemente im Garten, was den Schutz von Wildtieren angeht. Einfach angelegt und schön gestaltet sind sie für die Tiere in so vieler Hinsicht effektiv.
Haben Tiere über den Winter eine Bleibe in unseren Gärten, können sie im nächsten Frühling sofort ihren Dienst als Helfer bei der Gartenarbeit antreten und sich zum Beispiel über Blattläuse hermachen –
eine Win-Win-Situation!
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Totholz im Garten
(von D. Kunze)
Klingt das nicht schrecklich? Wer will schon etwas Totes in seinem Garten haben? So dachte ich, als ich das erste Mal davon hörte. Dabei hatte ich schon jede Menge Totholz in meinen Garten angesammelt. Neben schönen Steinen liebe ich nämlich auch bizarre Wurzeln und interessant geformte Äste und Holzstücke. Sie sind die Deko in meinem Garten. Ich habe deshalb auch schon die Erfahrung gemacht, dass selbst große Holzkeile nach einigen Jahren morsch werden und in immer kleinere Stücke zerfallen. Mir war dabei jedoch nicht so bewusst, dass ich mit dem Holz vielen Lebewesen wie Asseln, Käfern und Spinnen Nahrung und auch Moosen und Pilzen einen Lebensraum geboten habe.
Unzählige verschiedene Arten von Insekten, Vögeln und Kleintieren können nämlich von Totholz im Garten profitieren, sei es als Nahrung, Unterschlupf, Brutstätte oder Jagdrevier auf fette Larven. Seitdem ich das weiß, versuche ich mehr davon in meinem Garten unterzubringen, um auch einen kleinen Beitrag zum Thema Artenvielfalt zu leisten. Zwischen Gartenbank und Hainbuchenhecke habe ich einen Asthaufen angelegt. Nichts einfacher als das. Alle Arten und Größen von Ästen und Zweigen können zu einem wilden Haufen gestapelt werden. Wer möchte, kann natürlich auch ordentlich stapeln oder ein kleines Kunstwerk gestalten. Wichtig ist nur, dass der Haufen nicht im nächsten Frühjahr wieder abgeräumt wird. Er muss schon einige Jahre liegen bleiben, um wirklich als Lebensraum dienen zu können.
Noch ist mein Asthaufen ziemlich klein, aber mit jedem Baum- oder Strauchschnitt wird er wachsen und ich hoffe, dass sich im Herbst vielleicht ein Igel ein gemütliches Winterquartier darunter einrichten wird. Zwei verschiedene Grashüpfer, die ich seit Jahren nicht mehr in meinem Garten gesehen hatte, habe ich kürzlich schon als Neuzugänge entdeckt.
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Kann auch ein "pflegeleichter" Garten
Lebensraum für Tiere sein?
(von C. Ridder)
Einem Argument gegen einen naturnahen Garten begegne ich immer wieder:
So ein Garten macht einfach zu viel Arbeit!
Aber ist das wirklich so?
Ja und nein.
Die zeitraubendsten Arbeiten im Garten sind wahrscheinlich:
Unkraut entfernen, der Rückschnitt von Blumen und Gehölzen und – wenn vorhanden – die Pflege des Gartenteichs.
Ja, stimmt, auch eine eher faule Gärtnerin wie ich verbringt zeitweise einige Nachmittage damit, das Grün in Schach zu halten. Aber lange nicht so viele wie man meinen könnte.
Ist erst einmal alles möglichst lückenfrei bepflanzt, ist das Unkraut überschaubar.
Ein Rückschnitt der Bäume und Sträucher sowie der vielen Stauden braucht im frühen Frühjahr tatsächlich Zeit und Kraft. Das Beschneiden unserer 12 Bäume überlassen wir daher, ehrlich gesagt, einem Gärtner.
Einmal im Jahr steigt mein Mann mutig in den Gartenteich und dämmt Schwanenblume und Seerose ein.
Der Rasen wird gemäht und die Sitzecken gesäubert, aber diese Tätigkeiten fallen ja eigentlich in jedem Garten an.
„Mein Garten muss pflegeleicht sein!“ Das höre ich von vielen Leuten, die sich aufgrund von Zeitmangel oder auch körperlicher Einschränkung keinen wilden, strukturreichen Garten anlegen wollen.
Und das ist verständlich!
Die Frage ist nur: Kann nicht auch ein pflegeleichter Garten ein Lebensraum für Tiere sein?
Stellen wir uns doch einfach mal ein Paradebeispiel eines pflegeleichten Gartens vor:
Metallzaun mit Plastikgeflecht statt Hecke, eine große Rasenfläche, darum gruppieren sich ein paar Sträucher (am liebsten Kirschlorbeer) und dazwischen wachsen Begonien.
Sicherlich kein Magnet für Tiere.
Aber ohne viel Aufwand, Kosten oder Folgearbeiten und durch nur kleine Maßnahmen kann hier so viel verändert werden!
- Ein Durchschlupf unten im Zaun von ca 10 x 10 cm ermöglicht es Igeln in den Garten zu gelangen und sie müssen nicht einen langen Weg über die gefährliche Straße nehmen.
- Eine Trinkschale mit Steinen auf dem Boden bewahrt Igel, Insekten und Co vor großem Durst im Sommer.
- Könnten nicht einige Begonien durch nektarreiche Stauden für Insekten ersetzt werden, die dann auch nicht jedes Jahr neu gepflanzt werden müssen?
- Vielleicht findet sich an der Hauswand noch ein Plätzchen für einen Vogelkasten, eine Nisthilfe für Insekten oder einen Fledermauskasten?
- Eine Ecke mit Astschnitt, den Sie dann auch nicht mehr entsorgen müssen, ist eines der am meisten wildtierfördernden Elemente!
- Vögel, Wildbienen, Käfer, kleine Säugetiere und Amphibien finden hier Unterschlupf.
- Florfliegen, Marienkäfer und Ohrwürmer bekämpfen von hier aus effektiv Blattläuse.
Also kann auch ein eher strukturarmer, pflegeleichter Garten nicht nur vielen unserer Wildtiere helfen; er kann sogar die Gartenarbeit erleichtern.
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Schön oder hässlich? Niedlich oder eklig? Gut oder böse?
Blattläuse, Ameisen,Spinnen? Igitt!
Brennnesseln in gepflegten Beeten? Weg damit!
Löwenzahn im Rasen? Nichts da!
Wie schnell ich die Einordnung von Tieren und Pflanzen in gut und schlecht vorgenommen habe, war mir früher gar nicht so bewusst.
Fraßschäden von Nacktschnecken an der Lieblingsblume, die Begegnung mit einem Wurm beim Biss in den Apfel oder juckende Mückenstiche lösen bei mir, wie bei den meisten Menschen, nun mal einfach keine Begeisterungsstürme aus. Und mit meiner Liebe zur Natur ist es bei 8 Beinen auch nicht weit her.
Mein erster Gedanke war dann bisher: Wie werde ich die Unbeliebten wieder los - möglichst schnell und möglichst dauerhaft?
Aber vor der Anwendung radikaler Maßnahmen lohnt es sich einmal innezuhalten und daran zu denken, dass nichts in der Natur ohne Sinn ist.
Alle Plagegeister sind auch Teil des Nahrungsnetzes und damit Lebensgrundlage für die Tiere, die wir in die Kategorie „schön, niedlich, gut“ einordnen.
Bevor ich sie also rigoros ausmerze, muss ich einsehen:
Ohne Insekten keine Igel.
Ohne Blattläuse keine Marienkäfer.
Ohne Brennnesseln keine Schmetterlinge.
Ohne Mückenlarven im Teich keine Libellen.
Und so weiter, und so weiter...
Und so heißt es für mich schon seit vielen Jahren: Weg mit Schneckenkorn und Giftspritze und erst einmal gelassen hinnehmen, dass es diese Plagegeister aus gutem Grund gibt.
Schnecken bekämpft man am besten durch morgendliches - oder abendliches - Absammeln.
(Ja, vierteilen Sie mich nicht gleich: Ich weiß, dass es in diesem Jahr nach dem regenreichen Winter schwierig ist!)
Es hilft wohl auch, ein mit Wasser vollgesogenes Holzbrett ins Beet zu legen und in der Mittagshitze die Schnecken abzusammeln, die sich unter ihm vor Trockenheit zurückgezogen haben. Da ich keinen Gemüsegarten habe, Nacktschnecken mich also nicht stören, muss ich mich bei dem Thema auf's Hörensagen verlassen.
Wir haben auch Weinbergschnecken im Garten, die die Gelege der Nacktschnecken fressen.Tigerschnegel erfüllen diese Aufgabe auch.
Was aber definitiv nicht funktioniert sind Bierfallen, also mit Gerstensaft gefüllte Gläser, die man randtief in der Erde versenkt.
Klar: Die Fallen sind jeden Tag gut gefüllt, aber vorher heißt es auch für sämtliche Schnecken der Nachbargärten: "Freibier für Alle!"
Bei heftigem Blattlausbefall habe ich Marienkäfer-Laven und -Eier in kleinen Tütchen an die betroffenen Stellen gehängt- mit gutem Erfolg.
Seit in unserem Garten auch ein Asthaufen liegt, gibt es dort nun so viele Florfliegen, dass Blattläuse kein großes Thema mehr sind. Deren Larven heißen nämlich nicht umsonst Blattlauslöwen.
Vielleicht haben Sie ja auch ein Plätzchen in Ihrem Garten, wo Sie den nächsten Astschnitt einfach mal liegen lassen können?
Den Asthaufen in unserem Garten finden wir sowieso grandios! Für Igel ist er Unterschlupf, einige Vogelarten nisten darin; ja sogar für Amphibien ist er toll. Alles Verbündete beim Kampf gegen Plagegeister.
Fraßstellen durch Schmetterlingsraupen übersehe ich einfach. Einzige Ausnahme: Buchsbaumzünsler. Da habe ich auch noch kein wirksames Mittel gefunden. Wenn zur Raupenzeit einige Vogelarten gerade Junge haben, leisten sie die Hauptarbeit bei der Schädlingsbekämpfung. So durchforsten z.B. ganze Scharen von Spatzen die Hecken und füttern mit den Raupen ihre Jungen.
Update: Auf der Nachhaltigkeitsmeile kam eine sehr nette Dame mit ihrer Familie an den Netzwerk-Stand. Sie hatte eine Idee, wie die Zünsler-Raupen zu bekämpfen sind. Mit einem harten Wasserstrahl sollen sie aus dem Buchsbaum herausgespült werden können und diese Prozedur auch nicht überleben. Das werde ich für die nächste Raupenpopulation auf jeden Fall ausprobieren und über das Ergebnis berichten.
Herzlichen Dank an Unbekannt für diesen Tipp!!!
In diesem Jahr war der Zünsler leider deutlich schneller und so ist vom satten Grün der Hecke fast nichts übrig.
Die Frage ist also: Wann und wie greift man bei Schädlingen ein?
Auf Dauer ist es tatsächlich am effektivsten, den Garten interessant für möglichst viele verschiedene Tierarten zu gestalten. So hat man die gute Chance, dass sich mit der Zeit ein Gleichgewicht zwischen erwünschten und weniger geliebten Arten einstellt.
Die Gewissheit also, dass Vieles an Unkraut und Ungeziefer Teil der Artenvielfalt ist, macht mir so manchen Mückenstich erträglicher.
Und sicherlich kann mir irgendwer irgendwann auch erklären, dass selbst die fiesen Zecken für irgendetwas gut sind.
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Der mähfreie Mai - No Mow May
geschrieben von Doro Kunze, Mitglied im Netzwerk Gartenvielfalt, die hier einfach mal den Rasenmäher stehen lässt...
Jetzt ist er schon bis in die „Tagesthemen“ vorgedrungen, der mähfreie Mai. Die Idee kommt aus Großbritannien, der Heimat des makellosen englischen Rasens, wo immer mehr Gartenbesitzer im Mai ihren Rasenmäher stehen lassen. Sie wollen Gänseblümchen, Löwenzahn, Spitzwegerich und Co., die sich im Rasen einfinden, wenn man sie lässt, eine Chance und damit vielen Insekten Nahrung und Nistplatz bieten.
Auch die Stadt Dülmen folgt dieser Idee zum Schutz der Artenvielfalt schon im dritten Jahr.
Angesichts des dramatischen Rückgangs der Insektenpopulation um fast 80 % in Deutschland und auch der Artenvielfalt in Flora und Fauna insgesamt, braucht es aber mehr Mitstreiter. Jeder Gartenbesitzer kann hier einen wertvollen Beitrag leisten, denn der makellose Rasen stellt für Insekten nur eine einzige große Wüste dar.
Man spart nebenbei sogar Zeit und die Mühe des Mähens.
Für Erhalt und Stärkung der Vielfalt unserer heimischen Pflanzen- und Tierwelt ist es dringend notwendig, dass auch die Dülmener Gartenbesitzer ihr Potential erkennen.
Die Fläche der privaten Gärten in Deutschland ist größer als die aller Nationalparks. Geben wir also den kleinen unscheinbaren, oft eher lästigen Wildpflanzen und Insekten eine Chance. Nur so können wir uns auch langfristig noch am Gesang einer vielfältigen Vogelwelt erfreuen, denn sie ist auf eine Vielzahl von Insekten als Nahrungsquelle angewiesen. Lassen Sie also im Mai einfach Ihren Rasenmäher stehen.
Die Natur wird es Ihnen danken.
Oder nur teilweise:
Wer befürchtet, dass man nach einem mähfreien Monat Schwierigkeiten hat, mit dem Rasenmäher das hohe Gras zu schneiden, der kann auch einzelne "Inseln"
stehen lassen:
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Was ist genetische Vielfalt überhaupt?
Und warum ist sie überlebenswichtig?
(von C. Ridder)
Jede Pflanze und jedes Tier (also auch wir Menschen) unterscheidet sich von seinen Artgenossen durch Unterschiede im Erbgut.
Das Erbgut bestimmt nicht nur Geschlecht und Aussehen, sondern auch die Reaktionsfähigkeit gegenüber veränderten Umweltbedingungen.
So gibt es innerhalb einer Art Individuen, die z.B. mit höheren Temperaturen oder mehr Trockenheit aber auch verschiedenen Krankheiten besser zurechtkommen.
Ändern sich Umweltbedingungen, können einige Individuen einer Art besser darauf reagieren als andere. Damit sind sie auch eher dazu in der Lage sich fortzupflanzen und Nachkommen mit denselben geeigneten Genen zu haben.
Daraus folgt, dass es für eine Art überlebenswichtig ist, möglichst viele Individuen und damit viele genetische Unterschiede zu haben.
Seit den 70er Jahren hat sich die Anzahl der Insekten um 75% verringert und damit auch die Wiederstandsfähigkeit gegenüber den sich rasant verändernden Umweltbedingungen.
Das Ziel ist:
Förderung von vielen verschiedenen Arten
und der Anzahl von Individuen jeder Art.
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Nachtinsekten brauchen
Dunkelheit!
(von C. Ridder)
Die Hälfte unserer heimischen Insekten ist nachtaktiv!
So z.B. auch 80 % der Schmetterlinge.
Wenn also vom Insektensterben die Rede ist, bezieht sich das auch auf diese Arten.
Verantwortlich ist unter Anderem die so genannte Lichtverschmutzung, also ein überheller Nachthimmel durch künstliche Lichtquellen.
Wir bemerken das, wenn wir in den Himmel schauen und nur wenige Sterne sehen.
Insekten werden von künstlichen Lichtquellen in unseren Gärten angezogen, umschwirren sie bis zur völligen Erschöpfung - aber oft von uns Menschen unbemerkt.
Wenn wir uns dann noch klar machen, dass sich ja auch z.B. Fledermäuse und Igel von nachtaktiven Insekten ernähren, wundert es nicht, dass auch sie immer weniger werden.
Was also tun, wenn man auf nächliche Beleuchtung nicht verzichten kann oder möchte?
Hierbei ist als Lichtquelle keine Lampe gemeint, die nur sporadisch durch einen Bewegungsmelder aktiviert wird, sondern eine Dauerbeleuchtung.
- Man kann sich sicherlich zuerst einmal fragen:
Brauche ich diese Außenbeleuchtung wirklich? Also abschalten, was nicht absolut notwendig ist.
- Eine Wegbeleuchtung möglichst niedrig anbringen, damit sie nicht so weit strahlt.
- Bei der Wahl der Leuchtmittel darauf achten, dass sie nach oben abgeschirmt sind; das zieht deutlich weniger Insekten an.
- Das richtige Licht wählen: Ohne UV- und Blaulichtanteile
(1700 - 2200 Kelvin), dieses Licht ist für Insekten nicht wahrnehmbar.
Beleuchtungsstärke zwischen 3 und 5 Lux
- Auch Solarlampen sollten nur dann brennen, wenn man sich im Garten aufhält.
- Mücken sind für uns Plagegeister, für ganz viele Tiere aber Hauptbestandteil ihrer Nahrung. Also Mücken lieber durch Duftstoffe abwehren, als sie mit Lichtlampen, durch die elektrischer Strom fließt, töten.
Nicht nur Insekten werden durch Lichtverschmutzung stark beeinträchtigt. Auch Zugvögel sind davon betroffen.
Da rund zwei Drittel der Zugvögel nachts fliegen, werden sie durch künstliche Lichtquellen in ihrem Orientierungsverhalten deutlich eingeschränkt.
Wenn es dann noch zusätzlich immer weniger Insekten gibt, von denen sie sich ernähren, ist das wahrlich ein Teufelskreis.
Die "Initiative gegen Lichtverschmutzung"
www.lichtverschmutzung.de
hat mir dazu freundlicherweise folgende Infoposter zur Verfügung gestellt:
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Wilde Ecken
Oder: Wie Faulheit zur Tugend wird
(Von C. Ridder)
Vordergrund: Natursteinmauer, bepflanzt mit Dost, Walderdbeeren, Zitronenthymian
Hintergrund: Eberesche, Hibiskus, verschiedene Gräser, Totholz
Mitte: Nicht zu sehen, aber da! Der kleine Teich, mit Schwanenblume, Sumpfdotterblume, Fieberklee und Seerose, am Teichrand Wasserminze und Blutweiderich.
Ich muss gestehen: Ich bin keine Gärtnerin, die ohne Unterlass im Garten arbeiten muss. So sind im Laufe der Jahre die Elemente geblieben, die mit eher wenig Pflege auskommen.
Die Erkenntnis, dass diese Einstellung für Tiere im Garten durchaus positiv ist, kam mir da sehr entgegen!
Dinge, die unseren Garten pflegeleicht und tierfreundlich machen:
Der Teich war das erste Element, was wir im Garten verwirklicht haben. Innerhalb kürzester Zeit zog er die unterschiedlichsten Tiere an.
Die Bepflanzung im Wasser und am Teichrand ist außerordentlich pflegeleicht! Das, was von Zeit zu Zeit gemacht werden muss, ist der Rückschnitt von Pflanzen. Auch die Schwanenblume im Wasser wird ca alle zwei Jahre ein wenig eingedämmt. An ihren grasartigen Stängeln klettern die Libellenlarven zum Schlüpfen hoch. Wenn auch nicht alle Libellenarten nach dem Schlupf am Teich bleiben, so kommen sie doch sehr zahlreich zur Eiablage wieder.
In einem Jahr zählten wir an den Stängeln über 50! Larvenhüllen.
Im Sommer achten wir darauf, dass der Wasserstand nicht allzu sehr sinkt und belüften den Teich mit einer Pumpe, die das Wasser, das über eine Wurzel zurückfließt, mit Sauerstoff anreichert.
Wichtig bei der Auswahl der Pumpe ist, dass sie das Wasser nicht zu stark ansaugt und mit einem feinmaschigen Vorfilter versehen ist , sonst saugt sie leider auch Laich und kleine Lebewesen an, die dann meist in den Förderflügeln zerhackt werden.
! Update: Ich habe jetzt gelesen, dass das Durchmischen der Wasserschichten gar nicht so gut sein soll. So werden Schwebteilchen vom Grund des Teichs immer wieder aufgewirbelt und den Tieren im Teich wird ständig der gewohnte Lebensraum verändert.
In diesem Jahr lassen wir die Teichpumpe aus und sehen, was passiert.
Pflanzen für die unterschiedlichen Bereiche des Teichs gibt es viele. Eine Beschattung der Wasseroberfläche z.B. durch eine Seerose hilft, das Algenwachstum im Teich zu mindern.
Bei uns stellten sich auch viele Schnecken ein, die die Algen abfressen.
Der Rückschnitt der Beetpflanzen und Bäume erfolgt erst im Frühjahr nach dem stärksten Frost. Auch das Laub bleibt an den meisten Stellen liegen.
Wo sollen denn sonst die ganzen kleinen Flieger, Kriecher und Krabbler überwintern? Laub dient außerdem als Frostschutz und Dünger für den Boden und Vögel finden dort auch bei Kälte noch Nahrung.
Asthaufen und -Hecken sind eigentlich das Simpelste, womit man den Garten ökologisch aufwerten und sich selbst gleichzeitig Arbeit abnehmen kann. Werden sie mit der Zeit kleiner, weil Äste nun mal morsch und brüchig werden und in sich zusammenfallen, erhöht man ihn mit dem immer wieder anfallenden Schnittgut.
Wenn man sieht, wie viele Lebewesen angezogen werden, kann man einfach nicht mehr von Totholz sprechen!
Unkraut? Na und?
Viel sogenanntes Unkraut bleibt bei uns einfach stehen. Der Rasen ist eigentlich keiner, weil ihn Löwenzahn, Klee, Gänseblümchen und Co zur Wiese gemacht haben. Das setzt auch voraus, dass der Rasen nicht gedüngt wird. Da, wo Rasendünger draufsteht, ist häufig zusätzlich Unkrautvernichter mit drin!
Im No-Mow-May (Mai ohne Rasenmähen) kommen sie zum Blühen und bieten Nahrung und Unterschlupf für Insekten. Gerade im Mai brauchen viele Tiere, die im Boden überwinterten, besonderen Schutz.
Wildpflanzen können sich ansiedeln und vermehren; das erhöht die Artenvielfalt. Wir lassen im Mai den Rasen nur in Teilen ungemäht, weil ich allergisch auf Grasmilben reagiere, die sich seltener im kurzen Gras aufhalten. So mähen wir einfach einen Weg in die Fläche.
s.a. Thema No-Mow-May
Ein paar Brennesseln in den Beeten sind Nahrung und Kinderstube z.B. für die Raupen des Tagpfauenauges. Wer nicht möchte, dass sie sich in den Beeten ausbreiten, pflanzt oder sät sie einfach in einen Topf.
Moos - so wertvoll!
Meine Einstellung zu Moos im Rasen, in Pflasterfugen und in den Beeten auf Steinen und Holz hat sich grundlegend geändert, seit ich weiß, welch tolle, eigentlich unverzichtbare Eigenschaften es hat.
Es ist in der Lage außerordentlich viel Wasser zu speichern. Bei Trockenheit verdunstet dies nur langsam, hält den Boden feucht und ist so eine natürliche Klimaanlage.
Keine andere Pflanze kann außerdem so viele Schadstoffe aus der Luft aufnehmen!
Wenn man sich Moos genau ansieht, bleibt einem auch seine Schönheit und Vielfalt nicht verborgen.
Mehrjährige Stauden haben gegenüber einjährigen Pflanzen den Vorteil, dass sie nicht jedes Jahr ersetzt werden müssen. Sie passen sich über die Zeit ihrem Standort an, können sich ausdehnen und kleinen Lebewesen dauerhaften Lebensraum bieten.
Beim Kauf neuer Pflanzen fällt mit den Plastiktöpfen fast immer auch jede Menge Müll an!
Komposthaufen und Wurmkiste liefern kostenlos besten Dünger!
Wir haben aufgrund der geringen Größe unseres Gartens eine Wurmkiste und keinen Komposthaufen.
Beide Methoden und der Bokashi-Eimer für die Küche werden zu einem der nächsten Themen des Monats.